Ben Braden Wiki
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Droiden-Märtyrerin

L3-37 ist mit Abstand mein Lieblingscharakter aus Solo und ich mag die kantige Attitude, die Phoebe Waller-Bridge ihr verpasst hat. Ohne sie und ihre Rebellion hätten es die anderen vermutlich auch nie von Kessel runter geschafft — umso tragischer war der Moment, als sie von einem der Wachen erschossen wurde und ihr geliebter Lando verzweifelt ihre Einzelteile zusammenklaubt. Da L3 ihr Leben lang für Droiden-Emanzipation gekämpft hat, war die Entscheidung, sie (gegen ihre ausdrückliche Zustimmung, da zu dem Zeitpunkt schon deaktiviert) in den Falken hochzuladen, um ihre Navigations-Datenbank zu nutzen, durchaus kontrovers. Einerseits könnte man wohl argumentieren, dass sie sich bewusst geopfert hat, um die Mission zu retten und es deshalb auch gewollt hätte, dabei zu helfen, dem Maelstrom zu entkommen, andererseits trat dadurch genau das ein, wogegen sie immer protestiert hatte: ihre eigene „Objektifizierung“. Auch wenn die so hergestellte Verbindung zu C-3POs Zitat aus Vorlage:E5 über die bemerkenswerte „Persönlichkeit“ des Falken Lore-technisch ein netter Touch war, wurde L3 so immerhin bis auf alle Ewigkeiten verdammt, durch die Schiffssysteme zu geistern.

Duschen zu zweit

Was könnte das Freundschaftsband zwischen Han und Chewie mehr stärken als eine gemeinsame Dusche nach dem Schlammbad von Mimban? Bei diesem ulkigen Beispiel für Situationskomik sorgt vor allem die gelungene Kameraführung für Lacher, denn die Kinobesucher kriegen zuerst Hans Füße zu sehen, bevor der Wookiee ins Bild tritt und die Kamera schließlich hoch zu den Köpfen der beiden schwenkt. Zudem finde ich es einfach toll, dass endlich mal so „irdische“ Alltagselemente wie eine Dusche in einen Star-Wars-Film eingebaut wurden, nachdem das Hygiene-Prozedere ja bisher meistens entweder totgeschwiegen oder als „Besuch des Refreshers“ umschrieben wurde.

Han shot first

Eines der Hauptmotive von „Solo“ war das Thema Verrat und die Grenzen von Loyalität. Da alle Hauptcharaktere mehr oder weniger Gesetzeslose und Einzelkämpfer waren, wusste man nie genau, wem man vertrauen konnte und wer letztendlich auf Hans Seite stand oder seine eigenen düsteren Ziele verfolgte. Diesen Umstand muss man dem Regisseur und seiner Erzählweise hoch anrechnen, denn gerade als Dryden verlauten ließ, dass er Hans Plan kannte, fiel der Verdacht des Zuschauers erst auf Qi'ra, bevor schließlich Beckett als eigentlicher Verräter enthüllt wurde. Ein Showdown zwischen Han und seinem Mentor war unvermeidlich und der kundige Star-Wars-Fan konnte sich bereits denken, was passieren würde, als sich die beiden in einem typischen Wilder-Westen-Setting auf den Klippen Saraveens mit den Händen an den Holstern gegenüber standen. Als Han dann den ersten und zugleich tödlichen Schuss abgab, stellte dies für ihn einen emotionalen Wendepunkt dar. Er hatte damit eine moralische Grenze überschritten, was ihn auch sichtbar belastete. Immerhin hatte Beckett ihm auf Vandor eine Chance gegeben und bis zu einem gewissen Punkt hätte Han an seiner Stelle vermutlich ähnlich gehandelt. Seine Lebenslektion, niemandem zu vertrauen, hatte der junge Solo ab diesem Punkt jedenfalls verinnerlicht und zehn Jahre später auf Tatooine sollte Greedo das selbe Schicksal wie Tobias widerfahren

Lobende Erwähnungen haben an dieser Stelle noch Qi'ras Schwertkampf mit Vos, der Coaxium-Bluff („Der Behälter ist leer!“) und natürlich die Maul-Cameo verdient.

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